Blinkende Glühbirne

Wenn ihr was über bestimmte Bauteile wissen wollt

Moderator: dussel07

Blinkende Glühbirne

Beitragvon Woody » 22.05.2016, 21:29

:D Hi,
habe aus dem "Nachlass" einer kürzlich verstorbenen Tante meine Freundin eine Leuchtlupe erhalten.
War genau, was ich gerade gebrauchen konnte:
Leuchtlupe.jpg
Als ich das Teil eingeschaltet habe, dachte ich zunächst an Wahrnehmungsstörungen meinerseits, weil das Glühbirnchen
nach kurzer Zeit tatsächlich anfing zu blinken :shock: Ist nicht so ganz praktisch bei einer Leuchtlupe :wink:
Auseinander gepult - kein Hi-Tech drinnen. Nur zwei stinknormale Mignon-Zellen.
Auf der Birne steht nur das Übliche: "CFV, 2,5 V, 0,5 A". Durchgemessen, keinerlei Symptome für einen Defekt.
Schließe daraus: Die Blinkerei ist Absicht! Kann mich sogar erinnern, dass es in meiner frühesten Jugend mal so etwas
gegeben hat: Bekam eine "Tankstelle" für meine Matchbox-Autos zum Geburtstag, und in dem Firmenschild war auch so
eine Blink-Glühbirne.
Da der Einsatz von µC´s (wie etwa bei Blink-LED´s) hier auszuschließen ist, stellt sich mir die Frage: Wie funktioniert die :?:
Hat jemand eine Idee?

G.R.

P.S.: Habe gerade festgestellt, das es ein leises klick-Geräusch mit jedem Blink-Zyklus verursacht, also vielleicht mit
Bimetall?
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Re: Blinkende Glühbirne

Beitragvon Tim Sasdrich » 23.05.2016, 11:16

Ich kenne diese Lampen auch, hatte die mal an einer Lichterkette. Sie leuchten erst alle gleichzeitig durchgehend und fangen dann nach und nach an zu blinken. Die Blinkfrequenz ist auch etwas von der Spannung abhängig. Ich denke mit Bimetall liegst du recht gut, meine Tests ergaben damals auch, dass es etwas mit der Temperatur zu tun hat. Erhitzt man die Lampe mit dem Feuerzeug, geht sie gar nicht an. Kühlt man sie mit Kältespray, leuchtet sie hingegen deutlich länger, bevor sie mit dem Blinken beginnt. Also irgendwie scheint da drin etwas zu sein, was durch Wärmeausdehnung den Stromfluss unterbricht.
Dass es bei deiner Lupe gewünscht ist bezweifle ich aber. Vermutlich hat der Vorbesitzer beim Ersetzen des defekten Birnchens ein Blink-Birnchen erwischt oder das Birnchen hat einen Defekt, z.B. Glühfaden blöd gerissen und trennt den Kontakt, wenn er warm wird.

Es gibt auch LEDs, die von sich aus blinken. Es gibt (wie von dir bereits erwähnt) die teuren mit Chip drin, die ein Intervall haben und es gibt auch billige, meist aus China, bei denen die Bond-Drähtchen aus Kostengründen so extrem dünn sind, dass sie mit der Zeit durch die Temperaturausdehnung (durch Ein- und Ausschalten) reißen und danach auch nur noch bei kalter LED Kontakt haben. Hier ist der Temperaturunterschied zwar sehr klein, aber reicht aus. Es sind dann meist Blinkfrequenzen von 1...10 Hz. Auch hier ist die Frequenz in gewissem Maße Spannungs- bzw. da LED eher Stromabhängig und es dauert nach dem Einschalten eine ganze Weile, bis das Blinken beginnt. Kühlt man sie mit Kältespray hört das Blinken auch wieder auf, erhitzt man sie mit dem Feuerzeug gehen sie ebenfalls aus, bis sie wieder abgekühlt sind. Kaufen kann man diese LEDs meist als "LED-Leuchtmittel mit 10...120 LEDs" für unter 10€. Wenn man es kauft funktioniert es, aber nach wenigen Wochen bis Monaten fangen die ersten LEDs an zu blinken und es werden mit der Zeit immer mehr davon, bis jeweils min. eine von jeder Reihenschaltung betroffen ist, wenn man die Lampe nicht davor (meist durch eine deutlich hellere Glüh- oder Halogenlampe) ersetzt.
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Re: Blinkende Glühbirne

Beitragvon Woody » 23.05.2016, 21:05

:D
Tim Sasdrich hat geschrieben:(...) Ich denke mit Bimetall liegst du recht gut (...)
Dein Forschungsdrang ist ja fast schon gnadenlos 8)
Ich wäre jetzt nicht auf die Idee gekommen, das arme Birnchen ( :mrgreen: ) mit Feuerzeug und Kältespray zu drangsalieren.
In die Leuchtlupe kommt erst einmal eine gewöhnliche Glühbirne, 3V, 0,5 A, denn tatsächlich muss mal vor Urzeiten jemand
(ich glaube auch zu wissen wer, aber das ist eine traurige Story, die ich hier nicht zum Besten geben werde) versehentlich
rein gefriemelt hat. Durchaus möglich auch, dass es schon 30 oder mehr Jahre her ist, denn diese Lupe besteht aus Stahl
und nicht aus so einem Plastikzeugs aus China ( :wink: ). Darum war ich ja so begeistert, liegt echt gut in der Hand...
Hatte schon seit ewig und drei Tagen mal vor, ein Modell eines Leuchtturms zu bauen. Das Birnchen wäre also schön hier
zu verwurschteln ohne zusätzlichen Schnickschnack! Gibt es die eigentlich heute noch? Habe noch nicht gesucht...

G.R.
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Re: Blinkende Glühbirne

Beitragvon Tim Sasdrich » 24.05.2016, 00:01

Hatte bei meiner Recherge im Internet die Bezeichnung "ge406 incandescent" gefunden, die scheint es auch noch zu geben, aber wohl nicht günstig (ca. 5...10 $ pro Stück, je nach Abnahmemenge).

Die Blinklämpchen für Lichterketten scheint es deutlich günstiger zu geben, das lagen glaube ich bei unter 50 Cent pro Lämpchen.

Wer das verwechselt hat, ist ja auch egal. In einigen Haushalten wird recyclet, da es günstiger ist. Da ist z.B. ein Kinderspielzeug kaputt gegangen (grobmotorisches Kind hat Plastik fallen lassen und kaputt gemacht), und darin war noch eine Glühlampe, die ja noch gut war. Zudem eine Blinkende, braucht man ja vielleicht mal wieder irgendwo. Kommt zu den anderen Glühlämpchen in die Schublade.
Jahre später macht man etwas mit der Lupe und beim Aufräumen fällt die Lupe runter und das Glühlämpchen ist kaputt. Also gut, bevor man beim Nächsten mal kein Licht hat, geht man zur Glühbirnen-Schublade und freut sich, ein passendes darin zu finden, bedenkt aber nicht mehr, dass es ein blinkendes war. Kurzer Funktionscheck - funktioniert - und schon kann die Lupe wieder in die Schublade.
Wieder Jahre später nutzt man die Lupe erneut, stellt fest, nach kurzem benutzen ist das Birnchen defekt. Aber gut, geht auch ohne Licht, schaltet man es wieder aus. Bevor man nun das Birnchen wechselt, testet man nochmal, Birnchen geht wieder. Na gut, dann hat die Lupe wohl nen Wackler, wird bei Gelegenheit repariert. Und das kann dann ewig dauern.
Gibt viele Möglichkeiten, wie es passiert sein könnte. Aber gut, Vorteil: Woody hat nun nicht nur eine gute Lupe, sondern auch eine interessante Blinklampe. Ein normales Glühlämpchen oder eine LED mit Vorwiderstand in die Lupe einzubauen, ist heutzutage ja kein Problem mehr, hat man als Elektroniker meist eh vorrätig. Blinklämpchen sind hingegen nach wie vor nicht so einfach/günstig zu bekommen. Ich hatte zwei, ein rotes und ein grünes, eines ging mir leider mal durch zu hohe mechanische Belastung kaputt. :cry: :roll: Das andere finde ich auf die schnelle nicht mehr, ich vermute es ist in meiner Glühlämpchen-Schublade, da sind sehr viele rote und grüne Birnchen drin. Müsste wohl alle anschließen und schauen, ob eins blinkt. Heute würde ich es auch nicht mehr solchen extremen Temperaturschwankungen aussetzen, Glas mag das wohl gar nicht, wie ich inzwischen weiß. Aber gut, damals war ich wohl nicht mal halb so alt wie heute, inzwischen habe ich sehr vieles dazugelernt. Und es rauchen mir inzwischen auch deutlich weniger Bauteile ab als damals. Als Kind habe ich gelernt, dass man LEDs mit nur einem Vorwiderstand parallel schalten kann und grüne LEDs bei steigender Spannung die Farbe und Temperatur ändern (gelb, rot, aus, stinkt, macht Aua beim Anfassen). Zudem lernte ich, dass eine kaputte LED die anderen dann mit in den Tod reißt. Jahre später lernte ich dann auch in der Theorie, warum das so ist. Und warum bei einer roten und einer grünen LED parallel nur die Rote leuchtet. Warum jede LED (bzw. jede Reihenschaltung aus LEDs) einen eigenen Vorwiderstand (oder eine eigene KStQ) bekommen sollte. Warum LEDs an 3V-Knopfzellen in Billigtaschenlampen ohne Vorwiderstand auskommen, an einem 3V-Steckernetzteil aber einen brauchen. Und auch allgemein, warum man LEDs besser mit Konstantstrom als mit Konstantspannung betreibt. Gut, und einiges raucht auch nicht mehr, weil ich schon lange meinen alten Stelltrafo mit Gleichrichter (hat nur einen thermischen Überstromschutzschalter mit 5A drin) durch ein stabilisiertes Labornetzgerät ersetzte. Manches rauchte mir damals auch einfach nur ab, da durch den Trafo-Innenwiderstand bei Lastabwurf die Spannung anstieg.

Aber ja, ein bisschen verrückt war und bleibe ich wohl immer. Heute werden eben Notebooks aufgefräst, wenn ich da was anlöten will und zu faul zum aufschrauben bin. :mrgreen: Dafür hat das eine nun das Netzteil dran ohne den großen Übergangswiderstand an der Ladebuchse, der den Hohlstecker mal zum schmelzen brachte und das Andere hat den Funkempfänger für die Maus integriert, sodass dieser beim Notebook einpacken/herumtragen nicht aneckt oder verloren geht. Es ist ja nur ein kleines Loch auf der Unterseite und dieses habe ich auch wieder zugeklebt, aber meine Studienkollegen haben scheinbar ein Problem damit. Die Fassen ihr Notebook auch schon fast nur mit Samthandschuhen an. Ich nicht, ich möchte damit arbeiten und es nicht weiterverkaufen, Garantie ist zudem auch nicht mehr drauf. Beim Nächsten werde ich aber schauen, dass es bereits vom Hersteller aus mit internem USB-Port kommt, ist dann doch einfacher.
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Re: Blinkende Glühbirne

Beitragvon alterhase » 24.05.2016, 07:00

Bei Riedl sollten sie noch erhältlich sein.
Sonst halt in der Bucht. Mein Suchbegriff: E10 +Bimetall +blink
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
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Re: Blinkende Glühbirne

Beitragvon Mathias » 24.05.2016, 20:21

An diese Birnen mag ich mich auch noch gut erinnern, vor ca. 30 Jahren konnte man diese in de Migros kaufen.

Das waren doch solche Birnen: http://www.amazon.de/Blinkbirne-klar-20 ... B00F2NQ1AI ?
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Re: Blinkende Glühbirne

Beitragvon Chef » 25.05.2016, 15:37

Diese *#^§$-Dinger haben mir damals den Radio/Fernsehempfang zunichte gemacht. Wenn ein Nachbar in irgendeiner Form so eine Lampe hatte, knackte und rauschte es ohne Ende beim Empfang.

Chef :D
Wenn es die Elektronik nicht gäbe, müsste man sie erfinden.
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Re: Blinkende Glühbirne

Beitragvon Woody » 26.05.2016, 02:53

:D
Tim Sadrich hat geschrieben:(...) Heute werden eben Notebooks aufgefräst (...)
Ich sach ja, Dein Forschungsdrang hat irgendwie was Gnadenloses :mrgreen:
@Tim, ich stimme Deiner Theorie zu. So oder ähnlich, wie Du es beschrieben hast, wird es wohl abgelaufen
sein. Wir haben aber leider keine weiteren Glühbirnen gefunden. So bleibt sie vorerst ein Unikat.
Es gibt auch keinerlei Hinweise von welcher Firma die Lupe ist, egal, die ist echt super!
Chef hat geschrieben: (...) Diese *#^§$-Dinger haben mir damals den Radio/Fernsehempfang zunichte gemacht (...)
@Chef, ich weiß ja nicht, was Du für Radio- bzw. Fernsehempfänger benutzt hast, aber mein "überempfindlicher"
Receiver, der sogar meinen Kühlschrank empfängt, bekommt zwischen dem 180 m - 2 m Band nix davon mit. Hab´s
gerade ausgetestet.
Wenn ich DX´en möchte, muss ich den Kühlschrank und sämtliche Energiesparlampen ausschalten. Also praktisch alles
in meinem Haushalt :roll:
Aber bei Kerzenlicht macht das sowieso viel mehr Spaß :mrgreen: !
Mathias hat geschrieben:(...) Das waren doch solche Birnen (...)
Ja genau! Hab´ mir mal die Birne unterm Mikroskop angeschaut, sieht im Glaskörper etwa so aus:
Schema Blinkbirne.jpg
Das rot angemahnte Drähtchen wird wohl das Bimetall sein. Lustig, wie erfinderisch die in der "Vor-µC" Zeit waren. Hat auch ganz gut geklappt... :wink:
Blinken ohne µC? Heute undenkbar :wink:

G.R.
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