Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Wenn ihr was über bestimmte Bauteile wissen wollt

Moderator: dussel07

Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Futurum » 19.03.2015, 18:48

Liebe Elektronikfreunde,

ich habe mir auf ebay Gold-Caps gekauft und möchte die Speicherfähigkeit praktisch testen. Was wäre da ein einfacher Versuchsaufbau?

Für Antwort dankt im voraus

Peter aus Sachsen
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Chef » 19.03.2015, 18:51

LED+kleinen Rv parallel zum GC. Vorm Ganzen noch Ladewiderstand.

Chef :D
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Futurum » 19.03.2015, 18:57

Hallo Chef,

in erster Linie möchte ich den GC erst einmal max. aufladen - darum ging es mir hauptsächlich.

Gruß, Peter
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Chef » 19.03.2015, 19:10

Dann musst du nur dafür sorgen, dass die Maximalpannung nicht überschritten wird. Z-Diode parallel schalten etc.

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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Futurum » 19.03.2015, 19:22

Chef,

die Caps haben 22F bei 2,3V. Klar, daß die Ladespannung nicht 2,3V überschreiten darf. Also kann ich unter Beachtung der Polarität einfach eine Gleichspannung - z. B. eine Batterie - an die Caps anschließen? Wie merke ich, wann die Caps voll geladen sind? Vielleicht ist ein kleiner Schaltplan möglich?

Für bisherige und zukünftige Antworten dankt

Peter
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Chef » 19.03.2015, 19:26

Nein. Du solltest einen Ladewiderstand vorschalten. Voll ist er, wenn die Endspannung erreicht ist.

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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Futurum » 19.03.2015, 19:31

Ich hoffe, es ist meine letzte Frage: Wie berechne ich den Ladewiderstand?

Peter
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon alterhase » 19.03.2015, 19:44

Goldcaps verhalten sich ein kleinwenig anders als ein idealer Kondensator. Sie gleichen eher einer Hintereinanderschaltung von unzähligen RC Gliedern. Es braucht Zeit, dass die Ladung auch den hintesten Kondensator erreicht.

Ich würde es so angehen:
Als Erstes eine Stromquelle für 10 mA mit LM317 aufbauen.
Zweitens eine Komparatorschaltung mit exakt 1V Schaltschwelle. Der Ausgang dieses Komperators schaltet eine Batteriebetriebene Quarzuhr so, dass bei Erreichen der 1V die Uhr stehenbleibt.
Dann würde ich die Uhr auf wenige Sekunden vor 12:00 stellen und um punkt 0:00:00 h den Kondensator aus der Konstantstromquelle zu laden beginnen. Dann einen Kafee trinken, ein paar Kekse essen und hie und da auf die Uhr schauen. Bei 22F und 10mA Ladestrom sollte der Goldcap nach 2200 s auf 1V geladen sein, der Komperator umgeschalten haben und die Zeiger stillstehen.

Die Kapazität von 1F ist so definiert, dass eine Ladung von 1 Coulomb in ihm eine Spannung von 1V erzeugt. 1 Coulomb ist 1 Amperesekunde

Achtung der GC lässt sich nicht schlagartig entladen, der muss mindestens etliche 10 Minuten entladen werden, damit auch der hinterste C entladen wird.
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Chef » 19.03.2015, 19:44

Kommt auf deine gewünschte Ladezeit an. t=R*C. Hier muss dann noch beachtet werden, dass die Zenerdiode die überschüssige Energie 'verbrennen' muss, wenn die Schlussspannung erreicht ist. Ig=(Ub-Uc (Ud))/R. Pzd=Ig*Uc (Ud).

t=Ladezeit
R=Ladevorwiderstand
C=GC-Kapazität
Ub=Betriebsspannung
Uc (Ud)=Endspannung am GC bzw. Z-Diode
Ig=Strom wenn Elko geladen. Elko nimmt ja keinen Strom mehr auf.
Pzd=Entstehende Leistung an Z-Diode

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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Futurum » 19.03.2015, 20:06

Lieber Chef und alterhase,

jetzt wird es für mich schon zu kompliziert und neue Fragen kämen.

Kann ich nicht einfach wie geschrieben einen Ladewiderstand zwischen GC und sagen wir mal einer 1,5V Batterie schalten, um einen ersten Test zu machen? Ich würde gerne so schnell wie möglich den Cap aufladen wollen. Welche Größenordnung sollte der Ladewiderstand haben? Für den Moment sollte es so einfach wie nur möglich sein.

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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon alterhase » 19.03.2015, 20:11

...Kann ich nicht einfach wie geschrieben einen Ladewiderstand zwischen GC und sagen wir mal einer 1,5V Batterie schalten, um einen ersten Test zu machen?...
Ja kannst du. Vorschlag 10 Ohm und den Ladestrom mit einem DMM im 200mA Bereich beobachten. Wenn der Strom auf 0 ist, ist der GC geladen.

Nachteil dieser Methode ist, der Ladestrom ist nicht konstant und du kannst nur in etwa auf die Kapazität schliessen. Auch kann sein dass sich das DMM abschaltet weil die Zeit zu lang ist.
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Futurum » 19.03.2015, 21:19

alterhase,

vielen Dank für den einfachen Versuchsaufbau. 10 Ohm Widerstände hat man ja nicht rumliegen, deshalb habe ich soeben bei Ebay 10 Stück für 1,25 Euro incl. Versand bestellt. Wer mal so ein niederohmiges Teil braucht, kann für Briefporto von mir was bekommen.

Die Ergebnisse meiner Tests mit den GCs teile ich zu gegebener Zeit mit.

Schönes WE an alle -

Gruß Peter
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon alterhase » 19.03.2015, 21:29

Du kannst auch 100 Ohm nehmen oder den Ladewiderstand weglassen.
Ich habe jetzt seit ca. 1/2 h einen 1F/5V Goldcap am 4V Netzteil hängen ...er zieht noch immer ca. 350µA

...10 Ohm Widerstände hat man ja nicht rumliegen...
Sollte man aber 8) Alle Werte mit 1 geradeaus, deren man Habhaft werden kann :wink:
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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon Chef » 19.03.2015, 21:38

...10 Ohm Widerstände hat man ja nicht rumliegen...
Ich schon. Sogar einige 100 :mrgreen:

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Re: Speicherfähigkeit von Gold-Caps testen

Beitragvon alterhase » 19.03.2015, 21:42

Meine Empfehlung: klickmich
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