3D Drucker Anet A8

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Moderator: dussel07

3D Drucker Anet A8

Beitragvon dussel07 » 04.02.2018, 12:36

Einleitung:
- warum jetzt plötzlich 3D Druck -

Hiho zusammen
Will mich mal wieder mit ein paar (geplanten) Beiträgen zum Thema 3D Druck zurück melden.
Ich weiß - unser Forum ist kein Forum für 3D Drucker aber ich hoffe das man mit diesen tollen Geräten das Elektronikbasteln - in Bezug auf die mechanischen Teile ganz gut unterstützen kann.
Wie komme ich auf dieses Thema? - über Umwege.
Eigentlich wollte ich nur mal kurz - ein letztes mal bei uns in Braunschweig in die Conrad Filiale schauen - ich weiß - habe mich schon öfter über die viel zu hohen Preise aufgeregt - schlender aber trotzdem gern durch den Laden und hole mir Kleinigkeiten oder schaue was es Neues gibt. Nun habe ich vor ein paar Wochen gelesen das Conrad drei Filialen schließt, und mit erschrecken festgestellt das Braunschweig auch dabei ist. Aufgrund dieser Info wollte ich noch mal hin um Abschied zu nehmen (ich muss zugeben - das auch - ein klein wenig - im Hinterkopf war - vielleicht kann ich ein Schnapper machen)!
Wie ich da so, mit Tränen in den Augen vor mich hin schlender fällt mir zwischen den schon reichlich geleerten Regalen ein großer Karton, mit der Aufschrift "Renkforce RF100" auf. Auf diesem Karton klebt ein grellgelber Aufkleber 200,- statt 299,-. Da denkt sich der kleine Dussel - boar - ein Drittel Preisnachlass auf diesen großen Karton! Ehrlich gesagt wusste ich nicht was der "RF100" für ein Gerät ist - habe mich nur von dem Preisnachlass bezirzen lassen. Nach einem genauerem Blick erkenne ich das der RF100 ein 3D Drucker ist. Eigentlich - brauche ich ja keinen 3D Drucker - ich sollte lieber erst mal meine große CNC fertig stellen - aber 100,- Euro Nachlass - - -

Ich schlender hin
ich schlendere her
komischerweise immer wieder an dem Karton, mit der Aufschrift RF100 vorbei?

Irgendwann hab ich dann mal das Handy bemüht und mir ein paar Daten zum RF100 angesehen - das erste was mir auffiel, nur 100x100x100 Arbeitsraum.
Schade, das ist dann doch ein wenig winzig -

Irgendwie schaffe ich es dann tatsächlich die sterbende Conrad Filiale OHNE den besagten Karton zu verlassen - allerdings mit Tränennassem Gesicht!

ACHTUNG - jetzt kommt die wichtigste Aussage des Beitrages:
Durch die Begegnung mit einem schnödem Karton musste ich dann mal ein wenig zum Thema 3D Druck recherchieren, mit dem Ausgang das ich mir einen Anet A8 Drucker bestellt habe.

Warum ein Anet A8?
Er ist (in der neusten Version) mit 99,- Euro incl. Versand sau billig -
Er ist nicht fertig aufgebaut (ich liebe basteln!) -
Es gibt viel Input zu diesem Modell im Netz -
Wenn ich nicht mit dem 3D Druck klar komme, hatte ich trotzdem den vorgenannten Bastelspass und verliere nur ein paar Euro -

Ps. Schließung der Conradfiliale
Am Rande des Besuches konnte ich ein Gespräch zwischen Kunde und Mitarbeiter verfolgen. Laut Aussage des Mitarbeiters ist nicht der mangelnde Umsatz, oder zu hohe Personalkosten oder was auch immer an der Schließung der Filiale schuld. Schuld ist wohl der Umstand, das die Gebäude saniert werden müssen und sich kein anderer Standort in BS finden ließ. Selbst eine Rückkehr ist nicht möglich da keine Genehmigung, von amtlicher Stelle mehr erteilt werden soll.
Ob das allerdings den Tatsachen entspricht steht in den Sternen -----
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon dussel07 » 04.02.2018, 12:48

Vielleicht noch am Rande erwähnt:

Ich habe absolut NULL PLAN vom Thema 3D Druck!!! Bin sozusagen ein totaler Laie.
Diese Beiträge sollen meinen Weg bis zum ersten, selbst erstellten 3D Druck aufzeigen.
Und weil nur lesen immer ein wenig ermüdend ist hier mal ein Bild des Anet A8 (neustes Modell)

s-l1600.jpg
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon DerPaddle » 04.02.2018, 15:54

Das mit dem 3D-Druck ist ne super Sache, habe seit etwa 2 Jahren selber einen und möchte den als "Werkzeug" nicht mehr missen... mal eben einen Winkel hier, nen Adapter da.. Oder mal ein Gehäuse (CAD-Kenntnisse vorrausgesetzt).

Ich lese bei facebook in diversen 3D-Drucker Gruppen mit und da ließt man beim ANET immer wieder von Problemen mit
A: Dem Netzteil, was den Geist aufgibt
B: Unterdimensionierten Steckverbindern (Düse und Heizbett)

Die Stecker solltest du auf jeden Fall austauschen! Hab mal ein Bild von einem User aus der Gruppe angehängt.
Spoiler: show
Bild


Ansonsten soll das aber ein super Drucker sein, wie du wahrscheinlich auch schon gelesen hast :wink:
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon Chef » 04.02.2018, 19:06

Ich habe derzeit 2, im Grunde 3, Drucker. Einen CTC, einen Prusa i3 Mk2S und der dritte wird in Kürze geliefert. Einen Prusa i3 Mk3 mit Multicolor-Zusatz.

Ich habe inzwischen schon Etliches mit den Dingern gemacht. Wenn man sich etwas mit einem 3D-Programm beschäftigt, sind die Möglichkeiten unbegrenzt. Einkaufswagen-Chip kaputt. Na Und? Schnell 10 neue gedruckt. Man benötigt einen bestimmten Winkel? Druckt man es selbst. Man öchte Sortimentskästen mit bestimmter Einteilung? Wo ist das Problem? usw. usf.

Chef :D
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon DerPaddle » 05.02.2018, 12:10

Chef hat geschrieben:Man benötigt einen bestimmten Winkel? Druckt man es selbst. Man öchte Sortimentskästen mit bestimmter Einteilung?


...oder ein besonders wartungs-UN-freundliches Gehäuse für eine Breakout-Platine... Siehe Spoiler :)
Spoiler: show
Screenshot_20180205-120511.jpg

Screenshot_20180205-120451.jpg

Screenshot_20180205-120418.jpg
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon alterhase » 05.02.2018, 18:09

So ein richtig großer 3D Drucker druckt ganze Häuser in 24h
https://www.youtube.com/watch?v=EtogPPiwix0
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon Tim Sasdrich » 05.02.2018, 18:37

Ich beobachte das Geschehen schon seit ner Weile und kam bisher zum Entschluss, ich brauche keinen 3D-Drucker.
Einerseits kenne ich inzwischen einige Leute mit 3D-Drucker, bei denen ich etwas ausdrucken könnte. Andererseits bin ich oft zu faul, ein 3D-Modell zu erstellen und will nicht warten. Ich habe Compound 9, das geht recht einfach, schnell und ohne 3D-Modell. Und ich kann es selbst rezyklieren. Allerdings ist es elektrisch Leitfähig, was mich bisher davon abhielt, wartungsunfreundliche Gehäuse daraus zu machen.
Aber klar, die Teiler ausm 3D-Drucker sind wohl präziser, stabiler und Hitzebeständiger.
"Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser." - Sokrates (470 - 399 v. Chr.), griechischer Philosoph
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon dussel07 » 05.02.2018, 19:35

Nabend -
@Tim Dieses Compound 9 ist ein interessantes Material! Ansonsten bin ich ja eigentlich im Nebenberuf Holzwurm. Mich reizt einfach das Basteln und rein denken am 3D Druck. Wenn dann auch noch was sinnvolles bei raus kommt - schad ja nichts.
@ alterhase Als ich das letzte Video gesehen habe in dem Häuser gedruckt wurden befand sich dieses Thema noch in der frühen Kreidezeit (das Ergebniss hat damals einen leichten Würgereflex bei mir ausgelöst) - es geht mächtig voran!
@paddle Wenn ich erstmal so weit wie Du wäre, dann ........ . Dein letztes Gehäuse sieht super aus - RESPEKT!
@ Cheffe - Ah - deshalb kommt die letzte Zeit so wenig neue Elektronik auf deine Seite! Es hat den Anschein als ob Du eine neue Geliebte hast?

Nun zum Anet A8 (neuestes Modell)
Der Rahmen ist im Gegensatz zum altem A8 nicht aus Acryl sondern aus 5mm starkem Sperrholz in Siebdruck Optik. Hier muß ich leider sagen: Is nen bischen dünne! So dünn das selbst die zweilagige Variante der Stirnplatten Y sich durch die Vorspannung der Zahnriemen stark verzogen hat. Die Maßhaltigkeit der Sperrholzteile ist gut. Alle Teile lassen sich ohne wackeln gut zusammen stecken. Die Verbindungstechnik mittels Imbusschrauben und Muttern (siehe Bild1) ist nicht für die Ewigkeit gemacht - das Festziehen geht bei einem viertel aller Verbindungen nicht richtig weil sich die Muttern mit drehen und keine Chance besteht sie mit irgendeinem Werkzeug zu halten. Zieht man sie zu fest an zernärgelt man das Holz.
Die beiden Gewindespindeln der Z-Achse haben ein normales metrisches Gewinde (kein Trapezgewinde) - die Mutter klappern fürchterlich. Eine der Spindeln ist dann auch noch krum wie Hulle.
Die Wellenkupplungen sind nicht wie beim Vorgänger aus Alu, sondern einfach ein Stück Kunstoffschlauch (siehe Bild2) der über die Motorwelle und die Spindel gewürgt werden muß (keine Schlauchschellen). Ich kann mir nicht vorstellen das diese Lösung lange hält!?
Die Kugelumlaufbuchsen sind an allen Achsen (nur?) mit dünnen Kabelbindern befestigt - kein Plan ob das von Vorteil ist.
Die Qualität der Extruders ist nach meinem Empfinden schlechter als die des Vorgängermodells. Keine Möglichkeit die Andruckrolle zu endspannen um das Filament zurück zu ziehen.

Bild1.JPG
Bild1

Bild2.JPG
Bild2


Nun auch mal was positives -
1. zum testen ist ein wenig Filament im Lieferumfang
2. genauso gehört eine CD mit der Aufbauanleitung dazu (allerdings nur auf Englisch)
3. die Motoren machen einen vernünftigen Eindruck
4. das Controlerboard ist recht sauber aufgebaut
5. die Treiber können nach ableben gewechselt werden
6. der Drucker ließ sich auf anhieb verfahren
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon dussel07 » 08.02.2018, 23:55

Die ersten Druckversuche sind getätigt -

Was bauche ich an Software?

1) Ein Programm um 3D Objekte zu zeichnen / erstellen zB. Sketchup o. Tinkercad
2) Ein Programm (Slicer) um die 3D Objekte in Layer (Ebenen) und Druckbahnen um zu wandeln
zB: Cura (war auf der cd welche dem Drucker beilag)
3) Die Firmware für das Controlerboard (sollte eigentlich immer schon aufgespielt sein) Wichtig: Slicer und Firmware müssen kompatibel sein.

Nach einigen Startschwierigkeiten mit Cura (deutsche Oberfläche) habe ich die Maschine dann tatsächlich zum laufen bekommen.
Momentan ist das Problem:
Beim drucken der ersten Lagen des Objektes lösen sich erst die Ecken, und später das ganze Objekt vom Druckbett.
Werde morgen mal (wie im Netz gelesen) ein Versuch mit Prit (Klebestift ) machen.

fertig.JPG

erste Versuche.JPG


Nachtrag:
Konnte nicht umhin ein paar zusätzliche Teile für den Drucker zu bestellen
neue Z-Spindeln mit Muttern
ein Lüfter zum kühlen des Filametes (PLA)
neue Wellenkupplungen
Kabelschlepp / Kabelkette
eine Rolle hochwertiges Filament
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon Chef » 09.02.2018, 10:08

Ich könnte dir noch etliche Tipps geben. Aber, hier alles hinschreiben, da fehlt mir die Zeit zu. Wenn du magst, können wir mal tel. Schicke mir einfach mal PN damit wir uns kurzschließen können.

Chef :D
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon finn » 09.02.2018, 22:03

gegen das ablösen helfen:
erste schicht etwas anpressen (bett etwas höher "leveln", so dass die bahnen leicht gestaucht sind)
Brim(keine Ahnung, wie das auf deutsch heißt ^^)
geheiztes bett, bei pla ca 60 grad, da das aber ja noch durchs glas muss, eher etwas höher, aber nicht zu viel...
Wer "A" sagt muss auch in Schmerzen haben... :wink:
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon dussel07 » 13.02.2018, 01:08

Habe mit Finns Tips ganz brauchbare Ergebnisse erzielt.
test.JPG

Die beste Haftung habe ich allerdings mit einem Wasser-Leim Gemisch auf der Glasplatte erziehlt. FR4 soll, laut Netz auch gut als Dauerdruckplatte funktionieren.

Fazit zum Drucker:
Der Anet A8 (neues Model) ist leider nur ein Spielzeug - macht nicht wirklich Spaß damit zu drucken. Es hängt an allen Fronten - zB. die Firmware erlaubt zwar das ändern der Steps pro Umdrehung - aber speichern geht nicht, dann absolute Klapperkonstruktion, die Schrauben welche den Rahmen zusammen halten lösen sich, die Spannmechanissmen sind Müll, Zahnriehmenräder eiern usw..
Eigentlich wollte ich den Drucker ein wenig verbessern - das habe ich aber mittlerweile verworfen. Ein Neubau wäre da sicher sinnvoller.
Fazit zum 3D Drucken:
Macht echt spaß! Werde mich weiterhin damit beschäftigen. Allerdings muß ein neuer Drucker her.
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon finn » 13.02.2018, 06:35

ich drucke auch auf FR4, geht ganz gut, ABS, PLA, PETG und TPU funktionieren, bei TPU muss man aber definitiv die Bettheizung aus lassen :roll:
Wer "A" sagt muss auch in Schmerzen haben... :wink:
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Re: 3D Drucker Anet A8

Beitragvon DerPaddle » 14.02.2018, 08:47

dussel07 hat geschrieben:Die beste Haftung habe ich allerdings mit einem Wasser-Leim Gemisch auf der Glasplatte erziehlt. FR4 soll, laut Netz auch gut als Dauerdruckplatte funktionieren.


Hast du mal versucht, direkt auf die Glasplatte zu drucken? Da habe ich mit PLA die besten Ergebnisse erzielt, die Platte muss nur absolut fettfrei sein (Spülmittel und Wasser) und der Abstand muss stimmen.
Hat auch den Vorteil, dass die Unterseite sehr glatt ist.
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