Lötkolben

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Moderator: dussel07

Lötkolben

Beitragvon frank_w » 19.01.2015, 10:00

Hallo,
mein Lötkolben 230V 30W hat mechanisch aufgegeben Gewinde für Spitze ausgeleiert.
Ca.15000-20000 Stunden hat er funktioniert.
Anschluß ist mit Schukostecker also PE angeschloßen.

Mein neuer Lötkolben gleiche Leistung hat keinen PE Anschluß.
Ist es ratsam den PE Anschluß nach zurüsten?


Ich bastele ja mit CMOCs und Mosfets.


Als Lötspitzen verwende ich 10mm² Cu Adern von NYM.

Temperaturregelung gibt es nicht.

Gruß Frank
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Re: Lötkolben

Beitragvon Tim Sasdrich » 19.01.2015, 10:42

Habe schlechte Erfahrungen mit Lötkolben mit richtiger Erdung, wenn man am (laufenden) PC-Netzteil lötet. Da ist Masse nämlich auch mit Erde verbunden. Und wenn dein Bauteil aufgeladen ist, kann eine blitzartige Entladung dieses ebenfalls beschädigen. Ich würde eine Erdung über einen großen Widerstand (ca. 1 Megaohm) bevorzugen. Somit wird der Lötkolben langsam entladen und wenn man an einer 12V-Schaltung mit geerdeter Masse lötet, gibt es nicht gleich einen Kurzschluss.

Aber ich denke auch mit ungeerdetem Lötkolben kann man arbeiten, ohne die Hobbyelektronik-Bauteile zu zerstören. Es gibt natürlich Bauteile, die man besser nur an einem guten ESD-Arbeitsplatz verbaut. Aber im Hobbybereich trifft man die denke ich eher selten.
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Re: Lötkolben

Beitragvon Anse » 19.01.2015, 19:18

Einmal ist es eh keine gute Idee, an laufenden Schaltungen zu Löten. Schon gar nicht wenn ein starkes PC NT mit spielt. Eigene Erfahrung :roll:

Lötkolben ohne PE geht doch nur mit Lötstation? Bei allem anderen wäre mir nicht wohl.
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Re: Lötkolben

Beitragvon frank_w » 19.01.2015, 19:47

Hallo,
ich löte nur an spannungslosen Bauelementen bzw. Platinen.

Gruß Frank
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Re: Lötkolben

Beitragvon Tim Sasdrich » 19.01.2015, 20:41

Anse hat geschrieben:Einmal ist es eh keine gute Idee, an laufenden Schaltungen zu Löten. Schon gar nicht wenn ein starkes PC NT mit spielt. Eigene Erfahrung :roll:

Lötkolben ohne PE geht doch nur mit Lötstation? Bei allem anderen wäre mir nicht wohl.
Ja, da gebe ich dir recht. Bei mir ist aber einiges Verdrahtet. So geht die gute Beleuchtung z.B. automatisch mit dem PC an. Ich nutze meinen Arbeitsplatz ja eh nur, wenn der PC läuft. Blöd nur, wenn man nachts am PC eine Kleinigkeit löten will. Entweder ist Niederspannung auf der Lötstelle, oder man Lötet im Dunkeln mit Taschenlampe. Wo ist die Überhaupt? Warum sind die Batterien leer? Und warum bleibt sie nicht einfach, wo sie sein soll, sondern hängt im Weg oder leuchtet in die falsche Ecke? Also bleibt der PC eben an. Netzteil ist kurzschlussfest, Gehäuse ist lackiert, Kabel wird bereits vor dem Trennen so fest getaped, dass es nicht an die Platine kommt, dann geht das ja. Bis es plötzlich doch dunkel ist weil der Lötkolben das Netzteil kurzgeschlossen hat und dieses sich abschaltete, wodurch auch der Arbeitsplatz mit aus ging.

Klar, ist dies nicht der offizielle, richtige Weg. Bei 230 V würde ich das auch nie tun. Aber ich habe ja nicht umsonst ein Netzteil mit Überhitzungs-, Überlastungs-, Kurzschlussschutz und Überprüfung der Einzelspannungen gekauft. ;-)

Naja, inzwischen kenne ich die Vampirklemmen. Aber die werden bei 230 V natürlich auch nicht im Betrieb eingebaut. Aber bei 12V für einen kleinen Abgriff mit wenig Strom sind sie toll. Statt das Kabel zu zerschneiden, abisolieren, verzinnen, verlöten, trennen, Schrumpfschlauch auffädeln, Enden erneut verbinden, Schrumpfschlauch drüber und schrumpfen muss man nur noch die Klemme dran machen, Schneide in die Leitungen drücken und den Riegel drüber machen.

Und ja, ich ging davon aus, es sei eine Lötstation. Habe wohl nicht richtig gelesen. Bei 230 V sollte der Schutzleiter dran oder es muss unmöglich sein, dass die 230V ans Gehäuse gelangen (z.B. durch entsprechende Isolation). Das Heizelement ist aber in der Spitze und wird heiß, mit normalem Kunststoff kann man da nicht gut Isolieren, der schmilzt weg. Zumal die Hitze ja weg soll. Und ob da entsprechend Hitzefeste Isolatoren (z.B. Keramik) verwendet wurden? Ich glaube nicht. In dem Fall würde ich sagen: Besser nachrüsten.
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Re: Lötkolben

Beitragvon frank_w » 21.01.2015, 09:09

Den Lötkolben habe ich in Deutschland gekauft.

Einen Hinweis noch die 5 Sicherheitsregeln:

http://www.elektro-wissen.de/Tipps/sicherheitsregeln.html

Gilt auch für uns.

Gruß Frank
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Re: Lötkolben

Beitragvon Tim Sasdrich » 21.01.2015, 23:29

Die kenne ich bereits seit ca. 15 Jahren auswendig. Und weiß seit ca. 5 Jahren auch, was sie bedeuten. :wink:

Dein Link sagt aber auch
Bei Betriebsspannungen über 50V Wechselspannung oder 120V Gleichspannung sind Arbeiten an Teilen, die unter Spannung stehen, nur dann gestatet, wenn diese Teile aus wichtigen Gründen (z.B. Großer wirtschaftlicher Schaden durch längeren Stromausfall) nicht spannungsfrei geschaltet werden können. Solche Arbeiten dürfen nur Elektrofachkräfte mit Zusatzausbildung ausführen, nicht aber Auszubildende (DIN VDE 0105).
Ist für mich verständlich, aber bedeutet auch, dass ich auf der Sekundärseite meines PCs löten darf, während dieser an ist. Sind ja max. ±12 V DC, also zusammen 24 V DC, daher noch weit unter den 50 V AC und erst recht unter den 120 V DC. Ist also alles erlaubt, wenn auch nicht zu empfehlen. :lol:
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Re: Lötkolben

Beitragvon frank_w » 22.01.2015, 06:32

Wegen Unfallgefahr ist das Arbeiten an Teilen, die unter Spannung stehen, verboten!!


Das steht es doch.

Prüfen und messen steht auf ein anderes Blatt Papier.

Gruß Frank
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Re: Lötkolben

Beitragvon alterhase » 22.01.2015, 17:52

Bei Betriebsspannungen über 50V Wechselspannung oder 120V Gleichspannung sind Arbeiten an Teilen, die unter Spannung stehen, nur dann gestatet,[sic] wenn diese Teile aus wichtigen Gründen (z.B. Großer wirtschaftlicher Schaden durch längeren Stromausfall) nicht spannungsfrei geschaltet werden können. Solche Arbeiten dürfen nur Elektrofachkräfte mit Zusatzausbildung ausführen, nicht aber Auszubildende (DIN VDE 0105).

Man will halt nicht das ganze AKW runterfahren müssen, nur weil in der Stellwarte ein Drahtbruch an einer Kontrollleuchte ist. :mrgreen:

Praktisch bedeutet dieses, dass in der Mehrzahl der Fälle unter Spannung (elektrisch, physisch, mental und psychisch) gearbeitet wird. Man kann zwar Teilbereiche abschalten, dann ist man aber immer noch nicht Fremdspannungsfrei.
Solche 24/7 Anlagen gibt es wie Sand am Meer. Sie werden im laufenden Betrieb erneuert, erweitert und geserviced. Im Regelfall ist die Anlage bereits nach 5 bis 10 Jahren "runderneuert". Das bedeutet, dass sämtliche Geräte, Einschübe und auch die Verkabelung durch modernere ersetzt wurden.
Wenn du dort mit einem Lötkolben aufkreuzt, der PE an der Spitze hat bist du auch gleich wieder weg vom Fenster. Eine Lötstation ist nur was für stationären Betrieb, ein Gaslötkolben schafft kein Multicore. Trenntrafo (auf Montage?) da schleppst du dich zu tode. Praktisch bleibt man beim Ersa30 ohne PE ...dafür mit 10m 2x0,75² Kabel dran. ...und steht mit einem Fuß im Kriminal. ...Berufsrisiko ...ein Maurer kann auch vom Gerüst fallen.

Wenn frank_w´s Lötkolben original einen 2poligen Stecker hat, dann ist er ein Glückspilz, denn das bedeutet, dass der Lötkolben Schutzklasse II hat und im Fall des Falles die "Krot ein anderer frisst". ...es sei denn, frank_w hat daran herumgemurxt und einen PE nachgerüstet. :mrgreen:
Löten verbindet ...manchmals. :mrgreen:
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Re: Lötkolben

Beitragvon frank_w » 24.01.2015, 02:57

Kleine Episode:
220Volt Lötkolben und beim löten Kurzschluß 12V Gleichspannung gemacht.
Trafo krunnt und Schaltung hin. Frank 1975 seit dem nur löten ohne Spannung.
Gruß Frank
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