Funkmodule

Fragen oder Tipps & Tricks zur Hardware

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Funkmodule

Beitragvon Tim Sasdrich » 13.04.2015, 18:12

Hallo,

ich habe derzeit die Funkmodule vom Chef (HM-T 868 und HM-R 868) im Einsatz mit 5V und 9600 Baud. Mit der Reichweite bin ich sehr zufrieden, aber leider hängen sich Sender sowie Empfänger nach Stunden bis Tagen auf. Zudem gibt der Empfänger rauschen aus, wenn der Sender inaktiv ist. Nun suche ich nach einer alternative mit möglichst vielen der folgenden Eigenschaften:
  • UART mit 9600 Baud
  • Mehrere Sender mit mehreren Empfängern möglich (Klar, die Sender dürfen nicht gleichzeitig senden, jeder Empfänger empfängt jeden Sender, somit fällt wohl Bluetooth weg)
  • Hängen sich nicht auf
  • Hohe Reichweite
  • 5V Betriebsspannung (Notfalls über Pegelwandler)
  • Keine großartige Konfiguration notwendig
  • Empfänger gibt nur aus, was gesendet wird und kein Rauschen.
  • Sender und Empfänger können jederzeit hinzugefügt/entfernt werden (müssen also nicht angelernt werden)
  • Sender, Empfänger und Sender&Empfänger im Angebot
  • Günstig (je Modul <=10 €)
  • Stromsparend
  • Mehrere Kanäle/Gruppen möglich (Sender A und Sender B können gleichzeitig senden, Empfänger A versteht nicht Empfänger B und umgekehrt, wäre mit Modulem im 433 sowie 868 MHz-Band wohl erfüllt)
  • Nachbestellbar (Kein China-Restposten oder so)

Kennt ihr da etwas passendes, das zumindest einige der Punkte erfüllt?
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Re: Funkmodule

Beitragvon alterhase » 13.04.2015, 19:41

...aber leider hängen sich Sender sowie Empfänger nach Stunden bis Tagen auf...
Das könnte zB. auch vorkommen wenn der Datenstrom nicht DC-frei ist. Stichwort: Kanalcodierung klickmich
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Re: Funkmodule

Beitragvon Tim Sasdrich » 13.04.2015, 20:00

Das würde ich beim Sender gerade noch verstehen, aber warum auch der Empfänger? Der empfängt meist eh nur rauschen, da ist natürlich nicht die 0 und die 1 gleichverteilt. Ich ging davon aus, dass der Sender direkt ein UART-Signal annehmen kann. Wenn er das nicht kann, will ich eben einen Sender, der das kann. Habe Bluetooth-Module, die sind ganz einfach ansprechbar. Nur leider ist Bluetooth hier nicht geeignet, da verschlüsselt unter dem Gerätepaar und sich die einfachen Bluetooth-Master nur mit einem Slave verbinden und nur 10m Reichweite vorhanden ist.
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Re: Funkmodule

Beitragvon Tim Sasdrich » 14.04.2015, 17:39

Gut, nach langer Suche fand ich nun das Modul HC-11. Ich habe bereits das HC-06 (Bluetooth) im Einsatz, das funktioniert bisher wunderbar. Das HC-11 wird hoffentlich ähnlich sein. Konfiguration ist über UART notwendig, aber wenn es einmal eingestellt ist, ist sie im Modul gespeichert und das Modul sollte µC-seitig nicht mehr auffallen (außer ich sende AT-Commands).
Nur einzelne Sender/Empfänger gibt es nicht, aber gut, ist eben so, habe ich noch einen Gratis-Rückkanal.
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Re: Funkmodule

Beitragvon alterhase » 14.04.2015, 21:12

Sehen interessant aus! Wenn du sie hast, bitte berichte darüber. Mich würde die tatsächliche Reichweite im Freien mit einigen Bäumen dazwischen interessieren.

Was hast du denn vor damit zu realisieren?

Ja die guten alten AT- Befehle ...da werden nostalgische Gefühle wach 8)
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Re: Funkmodule

Beitragvon Tim Sasdrich » 14.04.2015, 23:21

Ich hab eine Haussteuerung. Diese besteht aus 2 Platinen, eine eher zum Steuern in einer VCR-Hülle und eine eher zum Bedienen im Frontpanel des PCs.
Geteuert werden die Rolläden (nach Zeit, Jahreszeit, Helligkeit und Temperatur), die Aquarienbeleuchtung (Wochentag und Zeit), ein Heizlüfter zum enteisen des Autos (Dauer nach Temperatur), der PC wird bei einer Aufnahme hochgefahren (dazu Kommunikation über RS232) oder manuell über die IR-Fernbedienung, vom Smartphone oder Laptop via Bluetooth oder, klassisch, über den Knopf an der Frontblende. Nebenbei wird noch ein täglicher Impuls an den 4 Wochen Planer geschickt, tägliche Min/Max Temp. gespeichert (10 Tage) und ein paar Infos auf dem 4x20 Zeichen Display sowie am PC in TKTerm 2 ausgegeben. Die UART-Schnittstelle 1 wird parallel über einen MAX232 an den PC und über das HC-06 per Bluetooth zur Verfügung gestellt. Hier lassen sich via TKTerm 2 am lokalen und/oder per BT verbundenen PC oder per BlueTerm aufm Android-Gerät die Infos auslesen sowie Einstellungen vornehmen.
Über Bat-Dateien am PC sowie einer passenden Android-App (z.B. Bluetooth spp pro) lassen sich Steuerbefehle senden fürs Aquarienlicht, PC-Statusleuchten und Display Dimmen, Rolläden hoch/runter fahren etc. senden.
Über eine virtuelle UART-Schnittstelle werden Daten an die Hauptuhr geschickt (Zeit, Datum und Helligkeit bzw. Beleuchtung dauerhaft an/aus bzw. ein Cowntdown, wie Lange man noch Zeit hat, bis der Rolladen der Tür ganz herunter fährt (Fährt 10 cm runter, wartet 5 min, fährt ganz runter, damit man nicht plötzlich auf der Terrasse ausgesperrt ist).

Die Haussteuerung kann also sehr viel und hat sehr viele wertvolle Sensorwerte (IR, DCF&RTC, Außen-Helligkeits- sowie -Temperaturfühler, Bluetooth, Tasten der Rollläden, PC-Betriebszustand uvm.).

Ein DCF-Empfänger kostet 5 € (ein guter 10 €) und liefert Datum und Uhrzeit (wenn er denn was empfängt). Die Idee war also nun, die Haussteuerung ihre Daten bereit stellen zu lassen. Dafür gibt es einen weiteren, virtuellen UART-Kanal. Ein Empfänger dafür soll ähnlich viel Kosten wie ein DCF-Empfänger, stellt aber zudem Helligkeit, Außentemperatur, Steuersignale, Position der Rollläden und vieles mehr bereit und hat zudem auch noch recht problemlosen Empfang im ganzen Haus. Leider hängen sich Chefs Funkmodule auf und der Empfänger liefert auch Rauschen. Die sind wohl zu einfach

Im konkreten Fall ist vor Jahren eine Uhr kaputt gegangen (Unruhe defekt). Einen guten Uhrmacher haben wir nicht gefunden, der die günstig repariert. Die Uhr hat aber einen schönen Gong, der jede Viertelstunde eine Melodie spielt (manchmal toll, manchmal nervts). Nun bekam die Uhr einen Schrittmotor statt der Unruhe und einen Servo-Motor (Ich glaub aus der Wanderkiste, danke dafür), der den Gong nachts oder über einen IR-Code, Tastendruck, Bluetooth-Befehl oder Batch-Datei-Aufruf abschaltet. Der Controller bekam zudem einen Metallsensor, der zeitgleich mit dem Gong ausgelöst wird. Die Uhr macht nun Minutensprünge, man muss nur noch den Gong aufziehen (Stunden sowie Viertelstunden) und der Gong ertönt nun Sekundengenau. Zudem kann die Haussteuerung den Gong durch Befehl zur schnellen Servo-Ansteuerung als Signalton verwenden (alle Klöppel gleichzeitig).
Natürlich habe ich die Uhr nicht kaputt gemacht. Entfernte Teile wurden aufbewahrt, geklebt wurde mit Heißkleber (geht vom Metall rückstandsfrei ab) und vorhandene Bohrungen/Schraublöcher verwendet. Sollten wir einen Uhrmacher finden und die Uhr wieder im Ursprungszustand wollen, kann er sie wieder zurück bauen, lediglich ein Loch habe Ich in den "Stummschalthebel" gebohrt, damit der Servo da dran kann. Das stört aber wohl kaum, zumal man bei der Uhr normalerweise eh nicht aufs Uhrwerk sieht.
Durch die defekte Funkverbindung läuft die Uhr nur duch die Software-Uhr des Controllers weiter und gongt immer oder nie, da der Befehl zum Gong ein- und ausschalten fehlt. Und automatische Sommer-/Winterzeitumstellung geht so auch nicht.

Also gut, danm werde ich mal die Funkmodule bestellen, testen, davon berichten und sie einbauen bzw. neue suchen.
Dateianhänge
20150411_132006.jpg
Schrittmotor und Metallsensor
20150411_132018.jpg
Servo und Platine
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Re: Funkmodule

Beitragvon alterhase » 18.04.2015, 22:11

Da bietet ja der "gratis Rückkanal" einiges an Erweiterungsmöglichkeiten. :D

Tolle Fotos von einer tollen Arbeit!
...da steckt einiges an "Hirnschmalz" drinnen 8) Chapeau!
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Re: Funkmodule

Beitragvon Tim Sasdrich » 19.04.2015, 01:39

Ja, die Haussteuerung ist ein großes Projekt. Die Entwicklung dauerte auch eine Weile (gut ein Jahr immer wieder mal ein bisschen). Und der ATmega644 ist ziemlich voll.

Der Gratis-Rückkanal bietet natürlich viele Möglichkeiten, aber auch wieder eine Angriffsmöglichkeit (Falls wer vorm Haus steht und auch so ein Funkmodul hat). Die Haussteuerung wird damit wohl nichts mehr machen. Aber vielleicht weitere Geräte an der Funkverbindung. Mal sehen.

Bestellt sind die Module inzwischen, aber noch nicht da. Kommt halt davon, wenn man den günstigsten Händler nimmt (6,05€/Modul + gratis Versand). :roll: Sie sollen aber bis zum 13. Mai da sein. :)
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Re: Funkmodule

Beitragvon Tim Sasdrich » 04.05.2015, 14:16

So, die Module sind angekommen, nach etwas herumprobieren war die Verbindung geschafft.
Wenn ich es richtig verstand, stehen 127 Frequenzbänder zur Verfügung, wobei "nur" 20 gleichzeitig nutzbar sind, ohne sich zu beeinflussen.
Jedes Band hat wiederum 255 Adressen, alle Module, die zusammen in einer Gruppe sein sollen, müssen die selbe Adresse haben.
Nur die Baudrate von Mudul und µC muss übereinstimmen. Ein µC mit Modul kann mit Baud 19200 senden, während ein anderer µC mit Modul die Daten mit Baud 9600 problemlos empfangen kann. Vermutlich arbeiten die Module intern mit einer höheren Baudrate, haben einen Zwischenspeicher und wandeln die Daten dann um, wie es der Controller will.
Die Module gibt es nur im 434 MHz-Band, weil man da keine Kollisionserkennung braucht. Für das 8688-MHz-Band muss man wohl vor dem Senden prüfen, ob ein anderer bereits sendet und notfalls warten. Zudem gibt es eine Beschränkung, wie lange man pro Stunde senden darf (die hab ich immerhin eingehalten). Das 434 MHz-Band ist da recht uneingeschränkt. Wenn man dem Nachbarn seinen Empfang vermurkst, juckt das keinen. Auch wenn man meint, ununterbrochen Senden zu müssen, ist das kein Problem.
Rauschen kommt nicht, es kommt am Ausgang das Signal so an, wie es gesendet wurde (wie man es vom Kabel kennt). Sehr schön.
Man kann doch AT-Befehle versenden. Es gibt einen 5. Pin, den man für die Konfiguration auf LOW legt, danach auf High. Die Konfiguration bleibt auch bei Trennung der Stromzufuhr erhalten.
Man kann ein Modul auch mit einem anderen über Funk konfigurieren.
Bisher habe ich auch keine Störungen eingefangen. Notfalls muss ich wohl das Band wechseln. Wobei meine bisherigen Programme durch die alten Funkmodule eh noch gewohnt sind, alles als Rauschen zu interpretieren, was nicht in die Maske passt.
Die Module sind sehr preiswert und ich kann sie bisher nur empfehlen. Bin damit zufrieden. Muss sie nur noch verbauen und dann mal sehen, wie sie sich im Langzeittest verhalten.
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Re: Funkmodule

Beitragvon alterhase » 04.05.2015, 18:55

Danke für den Bericht!
Scheint was G´standenes zu sein. 8)
...bevor du sie endgültig verbaust, mich würde ein Reichweitentest sehr interessieren.
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Re: Funkmodule

Beitragvon Chef » 04.05.2015, 18:57

mich würde ein Reichweitentest sehr interessieren.
* Ganz zaghaft Fingerchen heb *

Mich auch :wink:

Chef :D
Wenn es die Elektronik nicht gäbe, müsste man sie erfinden.
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Re: Funkmodule

Beitragvon topas » 04.05.2015, 18:58

Welche Module sind es denn?
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Re: Funkmodule

Beitragvon alterhase » 04.05.2015, 19:01

topas hat geschrieben:Welche Module sind es denn?
HC-11 glaubich. Zumindest steht´s so im 2. oder 3. Post von Tim.
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Re: Funkmodule

Beitragvon topas » 04.05.2015, 19:06

Mercie!
Etwas ähnliches wie Tim macht, will ich ja übers Netzwerk (PowerLan) machen (Uhrwerke spielen da keine Rolle :D ). Die Funkgeschichte ist aber nicht uninteressant.
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Re: Funkmodule

Beitragvon alterhase » 04.05.2015, 19:10

...Die Funkgeschichte ist aber nicht uninteressant. ...
Für mich auch nicht. Ich bin am Abklopfen, wie ich die knapp 70m (durch ein kleines "Wäldchen") zwischen Wohnung und meiner Funkbude für LAN Telefon und sonstiges überbrücken werde. Mit Power-Lan bin ich da aus verständlichen Gründen nicht so glücklich. 70m Künette ... da sagt mein Kreuz nein. :twisted:
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