Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Probleme mit bestimmten Schaltungen von meiner Seite?

Moderator: Tim Sasdrich

Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon topas » 27.02.2013, 17:13

Was in der Schaltung (in Kurzform) passiert:
Die Schaltung um IC1 ist ein Komparator. Mit Druck auf S1 wird der Kondensator C1 aufgeladen - R1 dient als Strombegregrenzer, sonst gäb es Funken. Der Kondendensator C1 beginnt sich zu entladen, nachdem der Taster S1 losgelassen wird. Noch ist die Spannung am invertierenden Eingang (-) von IC1 grösser als die am nicht-invertierenden Eingang (+) von IC1. Also schaltet der Ausgang von IC1 nach Minus. Der Transistor T1 ist ausgeschaltet - nichts weiteres passiert. Der Kondensator C1 wird über R2 und R3 entladen. Unterschreitet die Spannung am invertierenden Eingang von IC1 die des nicht-invertierenden Eingangs so schaltet IC1 seinen Ausgang auf Plus-Potential. Die Spannung am nicht-invertierenden Eingang ist einstellbar mit P1 - damit auch die Zeit, bis zum Einschalten. Über den Spannungsteiler R6 und R7 wird T1 eingeschaltet und startet den Astabilen-Multivibrator mit T2 und T3, dessen Schaltfrequenz niedrig ist und die LED D1 blinken lässt. Immer wenn die LED aus ist, wird der 2. Multivibrator (T4 und T5) aktiv, der auf höherer Schaltfrequenz arbeitet und den Ton im Blinkrythmus erzeugt. T6 dient als Verstäker für den Lautsprecher.
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon alterhase » 27.02.2013, 17:47

@Topas: Gute Zusammenfassung. Die muss Majecki jetzt nur mehr auswendig lernen. Dann ist eine positive Note gesichert. :mrgreen:
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon topas » 27.02.2013, 17:57

Er hat immerhin Vorleistung gebracht. Andere fragen ja nur nach einer Erklärung. Ich bin ja der der Meinung (habe sie hier auch schon des öfteren geäussert), dass zu jeder von Chefs Schaltungen eine solche Erklärung gehört. So kenne ich das von den Büchern von Heinz Richter. Man soll nicht beim Widerstand anfangen, aber die Funktionsblöcke benennen. Das prägt sich ein (oder nicht :D )
Ob die Erklärung für Hausaufgaben genutzt wird? Was wäre schlimm daran? Mein Berufsschullehrer hat gesagt: "Ich weiss doch, dass ihr abschreibt, so lernt ihr doch noch was - vom Nachbarn."
Und: die Lehrer kennen Chefs Seite....
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon alterhase » 27.02.2013, 18:00

...Man soll nicht beim Widerstand anfangen, aber die Funktionsblöcke benennen. Das prägt sich ein (oder nicht )...
Jo eh! ... mir war es halt schon zu detailiert. ... Das überfordert vielleicht den Lehrer :wink: :)
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon Majecki » 27.02.2013, 21:04

an topas: Danke für diese wunderbare Erklärung :wink: :D

Der schleichende Einsatz ist klar. Die Komperatorschaltung hat keine Hysterese. Du solltest das wegbringen indem du einen Widerstand vom Ausgang des OP-Amp an den +Eingang des OP-Amps legst. 47k bis 470k sollten langen.

Wie meinst du das?
Meinst du die Schaltung funktioniert immer noch nicht richtig und ich muss diese nochmal bearbeiten und ggf. die schon fertig gefräste Platine bearbeiten um einen weiteren Widerstand draufzubekommen?

Mfg
Majecki
 

Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon topas » 27.02.2013, 21:37

Ich würde testweise R10 weglassen.
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon Majecki » 27.02.2013, 22:25

was bringt das? wofür ist R10 überhaupt?
und kann ich mit der nun vorhandenen fertig gefrästen platine die Schaltung normal bzw. richtig oder richtig vorgesehen laufen lassen, ohne irgendwo freie Löcher und weggelassene Bauteile oder neue Löcher mit neuen Bauteilen drin zu haben? (Ausgetauschte Bauteile wären nicht dramatisch wenn Rastermaß stimmt)
Hoffe ich werde mit dem Ding bald abgeschlossen haben und mich an etwas schwierigeres machen können wo ich auch weiß dass alles im Plan stimmt :mrgreen:

Mfg
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon Chef » 27.02.2013, 22:28

R10 ist nicht 'lebenswichtig'. Er sorgt nur für eine Vorzugsschaltung der Kippstufe.

Chef :D
Wenn es die Elektronik nicht gäbe, müsste man sie erfinden.
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon alterhase » 28.02.2013, 05:13

@Majecki:
Wenn dich das "langsame Einsetzen" des Alarms stört, so wirst du das mit dem Widerstand machen müssen.
Wenn du dich über den Komparator schlau gemacht hast verstehst du auch warum. Ich weiß zwar nicht was in dem Zusammenhang R10 soll. ...aber ja, er stellt gewissermaßen einen Störfaktor dar.
Hast du das Ding nicht vor dem Printen getestet?


Es ist wiedereinmal das Übliche:
Zwischen einer Schaltung, die als Lehrbeispiel zeigt wie etwas funktionieren kann und einer praktisch einsetzbaren Schaltung liegen Welten.
Chefs Schaltungen sind als Lehrbeispiele gedacht und bieten bewusst Verbesserungsmöglichkeiten. Die Schaltungen sollen zum Experimentieren und selbstständigen Erweitern animieren und sind keinesfalls perfekt.

@Chef:
Dieser Hinweis fehlt meiner Meinung nach auf der Elektronikerseite.
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon topas » 28.02.2013, 18:13

Eine Kennzeichnung an jeder Schaltung: ist als nachbausicheres Gerät getestet - ist zum experimentieren gedacht - wäre nicht verkehrt. Es häufen sich allerdings in letzter Zeit "Beschwerden" über einige von Chefs Schaltungen die, wie ich vermute, weniger oft in der Vergangenheit nachgebaut wurden und deren Unzulänglichkeiten (was die Nachbausicherheit angeht) nicht geprüft wurden. Bei der LED-Lichtorgel habe ich ja gezeigt, wie ein simples Poti zur Arbeitspunkteinstellung Chefs Schaltung nachbausicherer macht. In Chefs Schaltungen kommen oft Transistorgrundschaltungen vor (was sehr lehrreich ist). Die richtigen Einstellungen sind da aber oft etwas schwieriger als mit Chips. Schwierigkeiten hier bitte melden. Oft lässt sich eine Schaltung nachträglich verbessern. Vielleicht findet der eine oder andere beim experimentieren ja auch eine Verbesserung und mag sie hier der Allgemeinheit vorstellen.
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon alterhase » 28.02.2013, 19:26

Wenn man sich die Exemplarstreuungen beim Stromverstärkungsfaktor der Transistoren ansieht und bedenkt dass Chef mit der E3 Widerstandsreihe das Auslangen finden wollte, ist es eine reife Leistung dass die Schaltungen soo sicher laufen.

Das mit dem R7 ist ein Hoppala der nicht sein hätte müssen und die Auskopplung für den T6 gefällt mir absolut nicht. (da hätt ich einen Emitterfolger rein gepflanzt)
Naja, ...ist halt eine "Montagsentwicklung" :wink:

Toll wäre, wenn sich jemand fände der die Schaltungen aufbaut und Spannungswerte einträgt. Das würde die Fehlersuche beschleunigen und die Nachbausicherheit enorm erhöhen.

Edit:
Die Lichtorgel ist die meist nachgebaute Schaltung und die mangelnde Empfindlichkeit wäre zT. mit dem Pot zu lösen.
Ein Mic-Vorverstärker ist seit vielen Jahren im Gespräch.
@Topas Erinnere dich Woody hat sogar einen vorgestellt und wir haben ihn ver(schlimm?)bessert.
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Re: Problem bei "Eieruhr mit Intervallalarm"

Beitragvon topas » 28.02.2013, 20:02

Es gibt in Chefs Schaltungen einige Sachen, die gehen nicht gut:
Transistorverstärker:
tgrund.gif
tgrund.gif (4.36 KiB) 3697-mal betrachtet

Die Schaltung nach 1) trifft man gelegentlich in Chefs Schaltungen an. Sie funktioniert eigentlich nur mit einem bestimmten Transistorexemplar mit den auf dieses Exemplar passenden Widerständen. Ein zweites, mit dem diese Schaltung funktioniert, wird nicht leicht zu finden sein. Zum Nachbau: Murx!
Besser Nr. 2 - funktioniert immer! Verstärkung aber gering. Arbeitspunkt (wegen der Gegenkopplung - Widerstand zwischen Kollektor und Basis) automatisch im linearen Bereich.
Nr. 3 : Es ist jeder Arbeitspunkt, jede Verstärkung denkbar.

Wenn Interesse an Experimenten besteht, bitte melden, Werte werden dann nachgeliefert.

alterhase hat geschrieben:Die Lichtorgel ist die meist nachgebaute Schaltung und die mangelnde Empfindlichkeit wäre zT. mit dem Pot zu lösen

Das Poti dient nur der Arbeitspunkteinstellung - falscher Arbeitspunkt bedeutet u.U. aber auch: zu niedrige Empfindlichkeit. Höhere Empfindlichkeit kann man sonst nur mit zusätzlicher Verstärkung erreichen.

Ich bin sicher, dass diese Diskussion früher oder später wieder kommt. Dieser Beitrag wird dann nicht gelesen worden sein. C' est la vie! encore une fois!

Woody hatte wie erwähnt schon eine Mikrofonverstärkerschaltung eingestellt, ich auch. Chef wollte das prüfen. Ich kann gerne noch mal eine posten.
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